Kürzere praktische Prüfung: mehr Termine, engere Planung
Stand: 24. September 2026
Auf einen Prüfungstermin wartet man heute oft wochenlang. Die geplante Reform setzt genau dort an: Die praktische Prüfung soll kürzer werden, damit mehr Termine in denselben Tag passen. Für Fahrschulen heißt das nicht nur kürzere Wartezeiten, sondern auch eine engere Taktung.
Beschlossen ist das noch nicht. Der Bundestag hat den Gesetzentwurf am 24. September 2026 erstmals beraten und an den Verkehrsausschuss überwiesen — einzelne Punkte können sich dort noch ändern, und alle genannten Termine stehen unter Vorbehalt. Diese Seite gibt den Stand vom 24. September 2026 wieder.
55 Minuten heute, 25 Minuten Fahrzeit als EU-Mindestmaß
Die praktische Prüfung dauert derzeit 55 Minuten. Das EU-Mindestmaß liegt bei 25 Minuten reiner Fahrzeit. Geplant ist eine deutliche Verkürzung in Richtung dieses Mindestmaßes. Eine feste neue Minutenzahl steht nicht im Raum — sie ergibt sich erst aus dem endgültigen Text.
Das Argument dahinter ist einfach: Prüferzeit ist knapp. Wird jede Prüfung kürzer, passen mehr Prüfungen in denselben Tag. Der Rückstau bei den Terminen soll dadurch kleiner werden. Zu den weiteren Punkten des Pakets — von den Sonderfahrten bis zum Transparenzregister — steht alles im Überblick zur Führerscheinreform 2027.
Wichtig beim Einordnen der Zahlen: Die 25 Minuten, die das Verkehrsministerium 2025 angekündigt hat, beziehen sich auf die reine Fahrzeit — nicht auf die Gesamtdauer der Prüfung. Und ein separater Antrag der AfD, der zusammen mit dem Gesetzentwurf in der ersten Lesung beraten wurde, fordert im Gegenzug eine Rückkehr zu 45 Minuten Gesamtprüfungsdauer. Zwei verschiedene Modelle, die man nicht vermischen sollte — Details dazu in den Reform-News.
Wo das Verfahren gerade steht
Das Kabinett hat die Reform am 20. Mai 2026 beschlossen. Die Ausbildungsverordnung liegt dem Bundesrat seit dem 10. Juni 2026 vor (BR-Drucksache 365/26). Der Bundesrat hat am 10. Juli 2026 Stellung genommen, mit zahlreichen Änderungs- und Prüfempfehlungen. Der Gesetzentwurf liegt dem Bundestag seit dem 29. Juli 2026 vor (BT-Drucksache 21/7404) und wurde am 24. September 2026 erstmals beraten; anschließend ging er an den Verkehrsausschuss. Eine neue Entscheidung zur Prüfungsdauer hat die erste Lesung nicht gebracht — die Verkürzung bleibt Teil des Reformpakets, Details regelt die Verordnung.
Die neuen Ausbildungsregeln sollen zum 1. Januar 2027 gelten, die übrigen Teile — darunter das Transparenzregister und die Prüfungsregeln — zum 1. Juli 2027. Die Verkürzung der praktischen Prüfung gehört damit nach heutigem Stand in die zweite Stufe.
Mehr Termine heißt engere Planung
Ein Prüfungstermin ist für deine Fahrschule nie nur die Prüfungszeit. Dazu kommen Anfahrt zur Prüfstelle, Wartezeit, Übergabe und Rückfahrt. Wenn die Fahrzeit sinkt, schrumpft der Kalenderblock also nicht im gleichen Verhältnis. Der Unterschied fällt vor allem an anderer Stelle auf: Fahrzeug und Lehrkraft werden früher wieder frei.
Genau daraus entsteht die eigentliche Aufgabe. Frei werdende Zeit ist nur dann ein Gewinn, wenn sie gefüllt wird. Zwanzig gewonnene Minuten zwischen zwei Terminen sind keine Fahrstunde. Zwei kürzere Prüfungen an einem Vormittag können dagegen eine zusätzliche Übungsfahrt am Nachmittag ermöglichen — aber nur, wenn du siehst, dass die Lücke da ist, und wenn das Fahrzeug nicht gerade bei einem anderen Termin oder in der Werkstatt steht.
Dazu kommt die Verteilung. Mehr Prüfungstermine bedeuten mehr Tage, an denen Lehrkräfte zur Prüfstelle fahren statt Fahrstunden zu geben. Wer seine Fahrschulverwaltung auf Zetteln und einem Papierkalender führt, merkt Engpässe erst, wenn sie da sind. Und die Terminplanung ist nicht die einzige Baustelle: Auch beim Theorieunterricht digital ändert sich die Organisation grundlegend.
Was das für deine Fahrschule bedeutet
Der Prozess, der sich ändert, ist die Belegung deiner Woche. Bisher planst du um wenige, lange Prüfungstermine herum. Künftig sind es voraussichtlich mehr, kürzere Termine, die stärker über die Woche verteilt liegen. Der Engpass verschiebt sich damit vom Prüfungstermin zur Frage, wer wann mit welchem Fahrzeug verfügbar ist.
Praktisch heißt das: Du brauchst Fahrstundentypen mit hinterlegten Dauern, damit eine freie Lücke sofort sichtbar der passenden Stunde zugeordnet werden kann. Du brauchst den Werkstatt-Status der Fahrzeuge im selben Kalender, damit eine gewonnene Stunde nicht an einem Auto scheitert, das gar nicht da ist. Und du brauchst Verfügbarkeiten und Urlaub je Lehrkraft an einer Stelle, statt in vier Köpfen.
Die Anmeldung zur Prüfung selbst läuft weiter über die Prüforganisation — das übernimmt keine Verwaltungssoftware. Was die Fahrschulsoftware FahrenPlus übernimmt, ist alles davor und danach: Termine mit Typ und Dauer, Online-Anfragen der Fahrschüler mit Bestätigung durch die Lehrkraft, Stornofristen zwischen 12 und 72 Stunden und eine serverseitige Konfliktprüfung, die Doppelbelegungen von Lehrkraft oder Fahrzeug verhindert. Wie der Kalender im Detail arbeitet, steht auf der Seite zum Fahrstundenplaner.